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Rede von Generalkonsul Dr. Keil  zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust am 27. Januar im Ukrainischen Institut für die Holocaust-Studien „Tkuma“ und im „Museum für jüdische Geschichte und Holocaust“ (Dnipro)

27.01.2020 - Artikel

Sehr geehrter Schschupak,

sehr geehrter Herr Dubinsky,

sehr geehrte Gäste,

sehr geehrte Damen und Herren,


der 27. Januar ist der internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust.  An diesem Tag erinnern wir uns an die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers  Ausschwitz, die sich dieses Jahr zum  75. Mal jährt.

Lassen Sie mich zunächst sagen, dass ich es als eine besondere Ehre, ja Gnade empfinde, dass ich von der jüdischen Gemeinde in Dnipro zu der heutigen Gedenkfeier eingeladen bin und zu Ihnen sprechen darf.

Ich bin dankbar, dass ich heute hier sein kann und das Wunder der Versöhnung zwischen Deutschland und dem jüdischen Volk hier greifbar erleben darf.

Es ist eine besondere Ehre,  da ich ein Vertreter des Staates bin, der unter der Naziherrschaft für den Tod von 6 Millionen Jüdinnen und Juden verantwortlich war.

Gerade die Ukraine musste unter dem nationalsozialistischem Deutschland mit die größten Opfer bringen.

Ich kann hier nur danken für die Möglichkeit, in Namen  meines Volkes um  Vergebung zu bitten.

Ich weise in diesem Zusammenhang daraufhin,  dass unser Bundespräsident Steinmeier als erstes deutsches Staatsoberhaupt überhaupt letzten Donnerstag in der Gedenkstätte Yad Vashem aus Anlass des 75. Jahrestages  der Auschwitz-Befreiung sprechen durfte.  Heute ist der Bundespräsident Steinmeier in Ausschwitz.

Vor dem Hintergrund unserer Geschichte haben gerade wir Deutsche  die Pflicht, das Wissen über die Gräueltaten von damals weiterzugeben und das Erinnern an den Holocaust und an das größte Verbrechen der Menschheitsgeschichte wach zu halten.

Wir Deutsche haben eine bleibende Verantwortung für den millionenfachen Mord an Jüdinnen und Juden. Die Erinnerung daran muss uns als Ansporn und Verpflichtung dienen, eine bessere Gegenwart zu gestalten. 

Der Kampf gegen Antisemitismus muss für uns Deutsche oberste Priorität haben in Deutschland und überall auf der Welt heute und in der Zukunft.

Dieses Museum und das Menora-Zentrum bieten eine große Chance, sich gemeinsam zu erinnern und dazu beizutragen, dass niemals vergessen wird, was passiert ist und was Rassismus und ideologischer Extremismus anrichten können.

Die Botschaft des Gedenktages an die Opfer des Nationalsozialismus lautet:  Vergangenes wird nicht vergessen.  Ausschwitz fordert uns täglich heraus, unser Miteinander nach Maßstäben der Menschlichkeit zu gestalten. Auschwitz geht uns alle an – heute und morgen, nicht nur an Gedenktage.

Nochmal einen herzlichen Dank für die Einladung für diesen Gedenktag und für ihre geschätzte Aufmerksamkeit.


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