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Rede zum Tag der Deutschen Einheit 3.10.2020

03.10.2020 - Artikel

An dem heutigen Tag begehen  wir den 30. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung.


Leider ist es uns in diesem Jahr  in Zeiten von Korona nicht möglich, unseren üblichen Empfang zum Tag der Deutschen Einheit auszurichten. Aus diesem Grunde wende ich  mich nun per Videobotschaft an Sie.

Heute feiern wir den Tag der Deutschen Einheit, den Tag, an dem  Ost und West in Deutschland wieder ins wurden.

Die deutsche Einheit war ein Geschenk, das vor dem Hintergrund unserer Geschichte im 20.  Jahrhundert nicht selbstverständlich war. 

Für dieses Geschenk und das Vertrauen, das Deutschland in den Jahren 1989 und 1990 von vielen Staaten entgegengebracht wurde, werden wir Deutsche  immer dankbar sein.  Die deutsche Wiedervereinigung ist aber auch ein Vermächtnis.  Gerade wir Deutsche sind verpflichtet   –  und das gilt insbesondere während unserer  aktuellen EU-Präsidentschaft  –, an einem besseren, starken, sozialen und friedlichen Europa zu arbeiten und uns täglich für den Frieden in der Welt einzusetzen.

Gerade während der Corona-Pandemie ist internationale Kooperation statt nationale Alleingänge mehr gefragt denn je, um das tödliche Virus zu besiegen.     

Deutschland war lange in zwei Staaten geteilt. Gerade in der Ostukraine wird mir immer wieder diese frühere schmerzhafte Teilung Deutschlands bewusst. Nicht nur wurde die Krim, ein Teil der souveränen Ukraine völkerrechtswidrig annektiert, sondern ein Nachbarstaat führt in der Ostukraine Krieg. Eine Grenze, die während Corona noch undurchlässiger wurde, teilt die Ostukraine in brutaler Art und Weise in zwei Teile.

Ich kann unseren ukrainischen Partnern und Freunden vor dem Hintergrund der deutschen Wiedervereinigung nur sagen: geben Sie nicht auf, an eine wiedervereinigte Ukraine zu glauben und daran zu arbeiten. Genauso wie Deutschland im Jahre 1990 wiedervereinigt wurde, wird die Ukraine eines Tages wiedervereinigt werden. Deutschland wird dabei stets an der Seite der Ukraine sein und wie auch in der Vergangenheit seinen Beitrag leisten, dass der Konflikt im Donbas gelöst wird und Normalität in der Ukraine  einkehrt.  

Lassen Sie mich zum Schluss noch sehr herzlich danken für die vielen Grußbotschaften, die Sie uns per Video zum Tag der Deutschen Einheit geschickt haben.

Ich bin überwältigt von der Vielzahl der Videobotschaften und vor allem von der Art und Weise, wie Sie  mit uns gemeinsam  den 30. Jahrestag der Deutschen Einheit begehen.

Es unterstreicht im Übrigen auch die hervorragende Qualität der deutsch-ukrainischen Beziehungen in der Ostukraine.

Ich würde mich sehr freuen, Sie alle wieder einmal  persönlich zu treffen und hoffe sehr, dass wir nächstes Jahr wieder einen Empfang zum Tag der Deutschen Einheit in der Ostukraine  ausrichten können.

Die Videoansage können Sie auf Facebook sehen.

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