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Städtepartnerschaft Nürnberg-Charkiw

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Die Städtepartnerschaft zwischen Charkiw und Nürnberg besteht seit 1990.

Die Städtepartnerschaft zwischen Charkiw und Nürnberg besteht seit 1990.

Charkiw – Nürnberg: Die Partnerschaft

Die Städtepartnerschaft zwischen Charkiw und Nürnberg besteht seit 1990. Seither stehen die beiden Stadtverwaltungen in regem Kontakt, etwa wenn es darum geht, Schulungen für hochrangige Verwaltungsmitarbeiter der Stadt Charkiw durchzuführen oder Lehrkräfte aus beiden Städten die Möglichkeit zu bieten, sich über den Deutschunterricht auszutauschen. Ab 1992 verlagerte sich der Schwerpunkt der Zusammenarbeit von humanitärer Unterstützung auf Hilfe zur Selbsthilfe mit der Vermittlung von Know-How. Diese Entwicklung wurde unterstützt durch die Expertise von Nürnberger Verwaltungsfachleuten und dem Besuch von Mitarbeitern der Stadtverwaltung Charkiw in Nürnberg, der dem Austausch über das System der kommunalen Selbstverwaltung diente. Ein Pilotprojekt zum Aufbau eines Labors zur Untersuchung von Lebensmitteln für die ganze Ukraine lief in Kooperation mit dem chemischen Untersuchungsamt Nürnberg und der Charkiwer Akademie für Lebensmitteltechnologie und Management. In den folgenden Jahren konnte das bisherige Engagement sowohl im sozial-humanitären Bereich wie auch auf dem Feld der kommunalen Hilfe zur Selbsthilfe, durch diverse Austauschprogramme erfolgreich fortgesetzt werden. Diese Aspekte wurden ergänzt durch eine Fülle von kulturellen Veranstaltungen wie Musiker- und Künstleraustausch, Ausstellungen, Tanzaufführungen, Vorträge, Lesungen, Seminare und Aufenthalt von Schriftstellerdelegationen in Nürnberg, aber auch durch den Austausch im Medizin- und Pflegebereich, gemeinsame Sportveranstaltungen und nicht zuletzt durch die Teilnahme der Stadt Charkiw am Markt der Partnerstädte beim Nürnberger Christkindlesmarkt. Der 1993 gegründete Partnerschaftsverein Charkiw – Nürnberg e. V. organisiert mit Spenden Nürnberger Bürgerinnen und Bürger jeden Sommer Kinderfreizeiten im Erholungsgebiet „Grüner Hügel“ nahe Charkiw.

Das „Nürnberger Haus“ in Charkiw

Im „Nürnberger Haus“ werden regelmäßig Deutsch-Kurse angeboten, Literaturlesungen und Vorträge veranstaltet sowie Ausstellungen präsentiert. Seit 2000 besteht dort die Möglichkeit Zertifikatsprüfungen des Goethe-Instituts abzulegen. Für diverse Berufsgruppen sind Fortbildungsseminare, Schulungen und Workshops zu aktuellen Themen vorgesehen. Für Charkiwer Deutschlehrer ist das Lehrmittelzentrum eine wichtige Informationsquelle, das aktuelle didaktische Fachliteratur, Lehr- und Wörterbücher, Nachschlagwerke, schöne Literatur, Audiokassetten, Videos und CDs anbietet. Für Charkiwer Bürger, die sich für Deutschland, seine Kultur, Politik und Gesellschaft interessieren, steht die Bibliothek mit deutschsprachiger Literatur und aktuellen Zeitungen und Zeitschriften zur Verfügung. Das Nürnberger Haus erfüllt daher eine wichtige deutsch-ukrainische Mittlerfunktion und stellt eine Kontakt- und Informationsbörse dar. Dort werden regelmäßig verschiedene Kulturveranstaltungen organisiert wie etwa Kabarett aus Franken, neues deutsches Kino, deutsch-ukrainische Konzerte etc. Man setzt viel auf soziale Initiative und bietet Unterhaltungsprogramme für Waisenkinder in Internatsschulen. Darüber hinaus pflegt das Nürnberger Haus die Au-Pair Vermittlung nach Deutschland.

Aktivitäten des Vereins „ökumenische Partnerschaft Nürnberg – Charkiw“

Ein großes Lob verdient der Verein „ökumenische Partnerschaft Nürnberg – Charkiw“, der in Charkiw seit 1999 eine Sozialstation unterhält. In der Ukraine ist das soziale Netz immer noch so löchrig, dass viele Menschen einfach durchfallen, wenn niemand hilft. Der Kirchenpartnerschaftsverein hat die Einrichtung auf einen guten Weg gebracht. Die Sozialstation betreut als „ambulantes Hospiz“ derzeit über 100 alte und unheilbar kranke Menschen. Auch der frühere Bürgermeister von Nürnbergs Nachbargemeinde Schwaig, Fritz Körber, engagiert sich seit mehr als 15 Jahren für arme Menschen in Charkiw. Kultureller Austausch Kunst- und Fotoausstellungen, Gastspiele von Theater- und Tanzgruppen aus Charkiw erfreuen das Nürnberger Publikum. Viele neue Impulse im kulturellen Bereich bekam die Städtepartnerschaft durch die Nürnberger Kulturtage im Oktober 2003 und im September 2008, die den Charkiwer Bürgern einen repräsentativen Ausschnitt aus der hiesigen Kulturszene vorstellten. Projekte für Jugendliche und Kinder stehen regelmäßig auf der Tagesordnung und der Nürnberger Schriftstellerverband pflegt seit vielen Jahren einen regen Austausch mit der Assoziation der ukrainischen Schriftsteller in Charkiw.

Wirtschaftliche Kooperationen

Um die wirtschaftliche Zusammenarbeit anzukurbeln, wurden im Jahr 2005 – nach einer längeren Durststrecke und unter günstigeren politischen und wirtschaftlichen Bedingungen – von der IHK Nürnberg für Mittelfranken und der Stadt Nürnberg zwei Unternehmerreisen nach Charkiw organisiert. Seitdem gehört die Schaffung günstiger Bedingungen für die Herstellung von Kontakten und die Entwicklung der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen beider Städte zu den Hauptaufgaben dieser Städteverbindung. Die Wirtschaftsbeziehungen zu Charkiw gestalteten sich bisher relativ schwierig, sodass immer neue Versuche, beiderseitig erfolgreiche Geschäftsbeziehungen herzustellen, nur von bescheidenem Erfolg begleitet waren. Jedoch bieten sich aufgrund des Heranwachsens einer neuen Unternehmergeneration, einem vorsichtigen Aufschwung und einer veränderten und optimistischeren politischen Lage in der Ukraine, was sich zum Beispiel an der Aufhebung der Visa-Pflicht für EU-Bürger beobachten lässt, heute neue Perspektiven für die Entwicklung von Wirtschaftsbeziehung zwischen Nürnberger und Charkiwer Unternehmen. Mit diesem Ziel werden weitere Unternehmerreisen nach Charkiw stattfinden.

Weitere Informationen

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