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Доповідь на тему «Інтернаціоналізація системи освіти в Україні», Східний освітній форум

Генеральний консул пан Мьоссінґер та в.о. ректора Донецького національного технічного університету пан Ляшок, © Катерина Щєрбакова

Cтаття

15.02.2017, Покровськ

(німецькою мовою)

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren

Für die Möglichkeit, beim Östlichen Bildungsforum in Pokrowsk zu sprechen, bedanke ich mich sehr. Ich freue mich immer, nach Pokrowsk zu kommen, weil ich hier mit eigenen Augen sehen kann, wie die Menschen unter schwierigen Bedingungen und dennoch zuversichtlich ihr Leben gestalten. Gern erinnere ich mich an den Europatag letzten Jahres, als wir hier die größte Europaflagge in der Luft gesehen haben.

Bei allem Spaß, der damit verbunden war, hatte dieses Ereignis auch eine symbolische Bedeutung. Pokrowsk schaut nach Europa. In genau diesem Geist will ich heute meine Rede unter das Thema der Internationalisierung des Bildungswesens stellen.

Was heißt das?

Es bedeutet,

- dass man im Bildungssystem die Inhalte und die Methoden nach internationalen Maßstäben gestaltet,

- dass die Schüler und Studenten, den angeeigneten Stoff auch in ausländischen Schulen und Universitäten anwenden können,

- dass Lehrer und Dozenten auf dem neuesten Stand der internationalen Forschung und Lehre sind,

- dass Universitäten sich stärker auf praxisorientierte Studiengänge konzentrieren sollten.

- dass man offen ist für Neues, ohne dass man alles, was man bisher gemacht hat, aufgeben muss.

Unsere Förderung setzt besonders bei der Mobilität der jungen Menschen an, genauso wie die europäischen Förderprogramme. In Deutschland ist es inzwischen so, dass fast 30 % der Studenten im Laufe ihres Studiums eine Zeit im Ausland verbringen. Dazu nutzen sie die Instrumente der EU, wie zum Beispiel Erasmus plus, das auch für ukrainische Studenten offen ist . Das Stipendienprogramm des DAAD ist offen für alle Fachrichtungen: vom einfachen Hochschulsommerkurs, bei dem man in entspannter Umgebung Deutsch lernt, über das Studienstipendium bis hin zum Forschungsstipendium: es gibt Angebote auf allen Ebenen. Ich habe vom DAAD –Büro in Kiew erfahren, dass es auch aus dem Donbass Bewerbungen gibt, wenn auch nur wenige Forschungsstipendien. Dabei wäre es gerade auch wichtig, wenn junge Forscher sich mit ihresgleichen austauschen könnten. Voraussetzung hierfür ist eine bestehende Beziehung zu einer deutschen Universität. Ich freue mich, dass die Technische Universität Donezk vielseitige Beziehungen nach Deutschland unterhält und es ihr regelmäßig gelingt, Studenten oder junge Forscher nach Deutschland zu entsenden.

Vor wenigen Wochen wurden zwischen den Bildungsministerien unserer Länder eine Reihe von bilateralen Projekten für eine gemeinsame Förderung bewilligt, darunter auch eines der TU Donezk mit der Technischen Universität Kaiserslautern. Dazu gehört auch ein Projekt der Pryasowschen Staatlichen Technischen Universität Mariupol mit der Universität Kassel über Behandlung industrieller Abwässer. Mit diesen Forschungsprojekten unterstützt Deutschland direkt und unmittelbar sowohl die Internationalisierung als auch den verstärkten Praxisbezug.

Wir wären interessiert, von den sog. Exilhochschulen zu erfahren, welche Kontakte den Wechsel aus Donezk überlebt haben. Um neue Kontakte zu knüpfen, braucht es ein solides wissenschaftliches Potenzial, damit deutsche oder andere europäische Universitäten angezogen werden können. Das kann bedeuten, dass einzelne Fakultäten verschiedener ukrainischer Universitäten gemeinsame Forschungsprojekte entwickeln, die die Talente und Ideen verschiedener Universitäten bündeln und so eine „kritische Masse“ bilden könnten, die als Partner für westeuropäische Universitäten interessant sein könnten.

Bisherige EU-Programme wie Tempus und Jean Monnet, jetzt zusammengefasst in Erasmus Plus, helfen beim Aufbau einer Kooperation mit europäischen Partnern.

Unser Prinzip ist es, Mobilität zu fördern, weniger Infrastruktur. Dies wird manchmal bedauert; aber ich denke es ist verständlich, dass wir unsere Mittel dafür einsetzen, Menschen zu fördern, die mit uns gemeinsam Fortschritt erreichen können.

Wir unterstützen die Reformbemühungen des ukrainischen Bildungsministeriums auf allen Ebenen, zum Beispiel auch bei den Berufsschulen durch die European Training Foundation ETF.

Internationalisierung setzt aber auch schon früher ein, in der Schule. In über 40 Schulen der Ukraine mit verstärktem Deutschunterricht investieren wir durch das Goethe Institut oder durch die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen. In diesen Schulen werden Lehrer durch Fortbildungen und Hospitationen in Deutschland gefördert, erhalten die Schulen modernes Lehrwerk und moderne Methodik, Schüler können in Sommerkursen ein internationales, deutschsprachiges Umfeld kennenlernen, in dem Schüler aus allen Ländern der Welt teilnehmen. Selbst die Schulleiter dieser Schulen, die nicht selbst deutsch unterrichten, werden gefördert, weil wir wissen, dass moderner Unterricht für alle Schulfächer wichtig ist. Das Goethe Institut bietet durch die Digitale Kinderuniversität die Möglichkeit, dieses neue Lernen für die Neue Schule schon für Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren auszuprobieren. Mit einem neuen Ansatz, das Programm CLIL (Content and Language Integrated Learning), wollen wir helfen, die deutsche Sprache auch in den Sachfächern wie Naturwissenschaften zu fördern.

Der Frontalunterricht wie zu sowjetischen Zeiten und wie er bis heute noch praktiziert wird, bereitet die Schüler nicht auf die Zukunft vor. Denn die Zukunft heißt Teamwork, Projektarbeit, interaktives Lernen und kritische Reflexion des Gelernten, gesellschaftliches Engagement, Partizipation der Jugendlichen am politischen Leben. Das heißt aber nicht, alles ist beliebig. Solides Grundwissen in Sprachen, Mathematik und Naturwissenschaften ist unabdingbar und das wird in den ukrainischen Schulen nach wie vor auf hohem Niveau gelehrt. Damit die Qualität hoch bleibt, braucht es motivierte und anständig bezahlte Lehrer. Hier hat die Ukraine noch ein großes Problem zu lösen.

Ab September 2017 werden wir unsere Bemühungen in einem „Jahr der Deutschen Sprache“ bündeln; dies unter dem Zeichen des Internationalismus. Wir werden mit anderen europäischen Partnern ein Programm zusammenstellen, das die Aspiration der Ukraine, ein Teil Europas zu sein, aufnimmt. Ich freue mich darauf.

Ich wünsche den Veranstaltern viel Erfolg mit diesem Forum, das zur richtigen Zeit kommt, um in Erinnerung zu rufen, dass Bildung das Fundament der wirtschaftlichen Zukunft des Landes ist und dass Investitionen in diesem Bereich sich immer lohnen, vor allem solche in die Menschen als Lehrende und Lernende.

Ich danke für die Aufmerksamkeit.

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